Donnerstag, 7. Juni 2018

Rezension - die Inselgärtnerin

Autor: Sylvia Lott

Verlag: blanvalet

ISBN: 978-3-7341-0490-9

Erschienene: April'18

Preis: 9,99 €

Seiten: 445


Zitat: „Solange du dir im Klaren bist darüber, was du zu tun hast, musst du es tun.“ [S.409, Z.12f]


Inhalt:
Sonja steht vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens. Ihr Mann Michael geht öfter fremd und eröffnete ihr dann das er mit einer jüngeren Frau neu anfangen möchte, in ihrem Haus. Ihr Chef verkauft die Firma und kündigt ihr – versüßt mit einer Abfindung. Darauf fällt sie in ein Loch. Irgendfwo darin erinnert Sonja sich an ihre amerikanische Erbschaft. Spontan beschließt sie dahin zu fliegen, sich alles anzusehen und dann zu verkaufen. Als Sonja erstmal da ist beginnt sie sich zu erholen und das Leben neu zu sortieren. Soll dieses schöne Stück Erde wirklich verkauft werden?

Meine Meinung:
Auf dieses Buch habe ich schon lange gewartet. Denn die Bücher der Autorin haben mich bisher nicht nur an unbekannte Orte sondern auch in andere Zeiten geschickt. Frühere, wo Frauen nicht so viele Freiheiten besaßen wie es heute in vielen Ländern ist.
Der Klappentext klang so interessant, dass ich mich fast aufs Sofa gesetzt und zu lesen begonnen habe.
Nach wenigen Seiten war ich nicht nur in der Geschichte von Sonja drinnen, sondern auch wie bei den bisherigen Büchern dem Schreibstil verfallen.
Wie ein paar andere Autorinnen die ich gerne lese hat Sylvia Lott eine Art die es einem leicht macht die Orte, Charakter, Gefühle und Hintergrundinformationen nicht nur zu erkennen sondern auch zu sehen. In einer Sache hat mich das Buch aber wirklich überrascht. Anders als ihre bisherigen Geschichten gab es in diesem Buch keine längeren Phasen in der Vergangenheit. Zwar kleine Einblicke und ein paar Briefe, doch ansonsten findet der Inhalt in der Gegenwart statt.

Gelächelt habe ich bei der Erwähnung einer Rhododendron-Züchtung an der Sonja arbeitet. Ich musste an 'die Rose von Darjeeling' denken, ein anderes Buch von Sylvia Lott in dem es auch um Züchtungen dieser Pflanzen geht.
Womit ich direkt zu Sonja komme, die ich in dieser Geschichte kennen, lernen durfte. Denn es ist ihre.
Die junge Frau mochte ich von Anfang an. Sie ist Gartenarchitektin und mit ihrer Arbeit nicht ganz zufrieden, denn die Art wie in der Firma die Gärten angelegt werden mag sie nicht. Doch anstatt etwas zu sagen behält sie diese Gedanken für sich.
Das sie sich das Fremd gehen ihres Mannes so lange gefallen lies, war das Einzige was ich absolut nicht verstanden habe. Den hätte ich schon längst vor die Tür gesetzt.
Im Grunde ist sie eine naturverbundene , tierliebende, freundliche und offene Person. Im Laufe des Buches bekommt sie ihr Selbstbewusstsein wieder, wodurch sie eine sehr große Entwicklung macht. Da fand ich die Änderung ihres Namens von Sonja zu Sunny sehr passend.
Schon bei ihrer Ankunft in Florida habe ich gelesen wie sie Anfang sich zu verändern. Im positivem versteht sich. Nach den Problemen mit ihrem Nachbarn Cyrus Need wurde sie von allen Seiten herzlich aufgenommen. Diese Freundlichkeit und das Herzliche hat ihr, zusammen mit dem schönen Grundstück ihrer Tante, geholfen zu sich selbst zurück zu finden.
Schnell weiß Sonja was sie möchte: das Grundstück behalten, eine Gärtnerei eröffnen, in Florida bleiben.
Ich sagte weiter oben ja schon, dass ihr die Reise gut tat. Und wie so nach und nach all das durchkam konnte ich nur wohlwollend nicken.
Sonja ist für Natürlichkeit und viele der Personen die in der Geschichte auftauchen sehen es genau so.
Ranger, der Führungen in einem Nationalpark mag und Wilderer verabscheut. Stormy die Ketten, Fliesen und andere Dinge aus Materialien herstellt, die sie am Strand findet.
Rainy und auch Sam, Jemand der sehr viel über Tiere weiß und wohl mit ihnen gearbeitet hat.
Die Gärten die Sunny im Laufe des Buches anlegt und plant haben mich für sie eingenommen. Ich konnte einfach nicht anders.

Die Liebe hat in dieser Geschichte auch ihrem Platz gefunden. Obwohl Sunny eigentlich darauf verzichten will nach der Enttäuschung mit Michael.
Nick Winslow ist ihr erster Kunde was die Dünengärten angeht und ein durchaus attraktiver Mann. Der mir allerdings von Anfang an sehr suspekt war. Viel Geld, teure Autors, großes Haus, viele Ratsmitglieder und reiche Firmenbekannte, zu sportlich und einfach irgendwie... ja komisch. Von seinen ganzen Exfreundinnen mal abgesehen. Trotzdem entwickelt sich langsam etwas zwischen den Beiden.
In Sam findet Sunny einen wirklich guten Freund, der ihr in allen Lebensbereichen zur Hand geht und ein unheimlich guter Zuhörer ist. Jemand zum Pferde stehlen der trotz eigener Fehler immer Zeit hat. Wenn die zwei sich nicht gerade im Streit Dinge an den Kopf werfen die eigentlich ungesagt sein sollten. Doch sie raufen sich immer wieder zusammen.
Der Naturschutz, die Flora und Fauna nehmen tatsächlich sehr viel Platz in der Geschichte ein. Manchmal direkt angesprochen oder im Hintergrund mit eingebaut. Das werdet ihr beim Lesen recht schnell merken. Es wird viel auf Nachhaltigkeit und Schonung geachtet.

Ihr merkt. Der Roman hat mir gefallen und es fällt mir sehr schwer etwas zu finden was mir nicht gefiel. Außer vielleicht, dass es gut hätte länger sein dürfen. 

5 Flocken und eine Leseempfehlung von meiner Seite.


Vielen Dank noch mal an den blanvalet Verlag für das zur Verfügung stellen des Rezensionsexemplar :)

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